Senegal/Gambia

Um so näher man sich von Norden kommend dem Senegal nähert je grüner wird die Landschaft. Wir lassen die trockene und klare Wüste von Mauretanien hinter uns.
Im Senegal fällt einem sofort die Farbenvielfalt und die westliche Bekleidung auf. Hier ist alles bunter, lauter, lustiger. Besonders die Frauen sind wunderschön, ganz traditionell gekleidet, sauber und adrett als gingen sie gleich auf ein großes Fest. Und das jeden Tag. Ebenfalls ihre kleinen Kinder sind so schön anzusehen. Europäischer Vergleich verliert da oftmals.

Wirklich idiotisch ist das man sein Carnet an der Grenze nicht abgestempelt bekommt. Man muss erst nach Dakar fahren und hat dafür einen begrenzten Zeitrahmen von 72 Stunden. Dakar, na ja muss man nicht haben. Ein Moloch wie die meisten großen Städte in Afrika. Ein Wirrwarr auf den Straßen und Gassen, trotzdem passieren scheinbar wenig Autounfälle. Wir hatten einen interessanten kurzen Eindruck dieser Stadt gewonnen.

Wer als Overlander in den Senegal kommt fährt natürlich in die Zebra Bar. Hier gibt es Informationen und viele Geschichten von Reisenden. Das Camp ist schön angelegt und man kann hier entspannen. Es gibt auch eine Rampe für die Fahrzeuge um nötige Reparaturen zu erledigen. Wir konnten allerdings auch nicht so lange bleiben da wir nach Dakar weiter mussten. Die Sache mit dem Carnet dauerte 20 Minuten. Problem sind die ständig verstopften Straßen in Dakar so das es doch einen halben Tag dauerte bis man wieder draußen ist aus der Stadt.

Unser Weg führte uns südlich nach Mbour ins Camp Ferme de Sally. Der Platz selber wird von einem Franzosen geleitet der auch schon bessere Zeiten gesehen hat. Die sanitären Anlagen unter aller Sau. Das schlimmste jedoch ist der angeleinte Pavian der den ganzen Tag wie irre hin und her läuft und wohl auch schon total durchgedreht ist. Keine feine Art um mit Tieren, welcher Gattung auch immer umzugehen. Aber das ist der Mensch.
Direkt am Strand hat es ein kleines Restaurant wo man sehr gut essen kann. Mbour ist eine große Stadt in der man alles bekommt. Auch gibt es direkt an der Hauptstraße einen Super Markt mit Alkoholverkauf.
Es ging dann weiter teils an der Küste entlang bis zum Eden bei Palmarin. Die Landschaft mit ihren kleinen Fischerdörfchen ist ganz interessant. Hier an der Küste sieht man viel Ruinen von ehemaligen Hotels und sonstigen Touristenanlagen. Hier und da haben sich Einheimische niedergelassen und vermieten einfach noch intakte Bungalows. Allerdings ohne Strom und funktionierende Sanitäranlagen und sonstige Infrastruktur.
Wenn man sich nach den Preisen erkundigt dann hört man horrende Summen. Natürlich bezahlt die kein Mensch.

Unser Hauptziel im Senegal sind die Bassari (ein uralter Stamm, der sich immer noch sehr nach seinen alten Bräuchen und Sitten orientiert) ganz im Süden an der Grenze zu Guinea. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Doch jetzt wollen wir erst einmal weiter nach Gambia. Der Grenzverkehr zwischen Gambia und Senegal verläuft ohne Probleme. Im Vorfeld haben wir in Reiseberichten gelesen das die Polizeikontrollen im Senegal unangenehm sein sollen und das Touristen wegen Kleinigkeiten immer abgezockt wurden.

Das können wir überhaupt nicht bestätigen. Bei den zahlreichen Kontrollen wurden wir stets freundlich und zuvorkommend behandelt.
Natürlich fragt hier und da mal einer nach Medizin ect.. Wenn man etwas übrig hat kann man geben, andernfalls sind Sie auch nicht böse wenn man nichts hat.

Wir sind mit der Fähre von Barra nach Banjul und weiter zum Sukuta Camping in Sukuta. Hier in Gambia ist es schon sehr Touristisch und es wird englisch gesprochen. Sukuta Camping ist auch so ein Ort wo man Traveller aus allen Ländern treffen kann. Eine schöne und liebevoll gepflegte Anlage zum entspannen.  An unserem Hilux haben wir hier Motoröl + Filter gewechselt. Aus Altersgründen wollen die jetzigen Betreiber nach 23 Jahren verkaufen.  Wir blieben hier eine Woche und erkundeten die Gegend. Hier haben wir auch unsere weitere Route geplant. Fahren wir jetzt erst nach Osten durch Gambia und dann wieder in den Senegal oder fahren wir direkt nach Süden wieder in den Senegal durch die Casamance. Wir haben uns für die zweite Option entschieden.

Wir wollen jetzt erst einmal raus aus der Stadt weil es hier die letzten Tage doch sehr heiß wurde und es Nachts auch nicht abkühlte. So entschlossen wir uns ein paar Tage an die Küste zu fahren. In der IOverlander App entdeckten wir ein kleines Camp zwischen Tanji und Bartukunku. Schöner einsamer Strand, schon so ein wenig wie im Paradies. Der Betreiber machte uns ein gutes Angebot. Cerno der sich hier um alles kümmert war Putzfrau, Koch, Wachmann und Entertainer zugleich. Wir standen mit unserem Fahrzeug ganz allein direkt am Strand.
Hier hat es uns ganz gut gefallen und so blieben wir eine gute Woche. Wir unternahmen hier ausgedehnte Strandspaziergänge auch zum nahe gelegenen Tanji einem Fischerdorf mit Räucherei, Markt und einem ziemlich bunten Treiben.
Wir haben Bartukunku verlassen und sind Richtung Brikama aufgebrochen. Hier soll es einen großen Kunsthandwerkermarkt geben. Meine Frau suchte so ein geschnitztes Hypo aus Holz. Wir wurden auch fündig. Was mir jedoch komisch vorkam ist das es an den verschiedenen Verkaufsständen Figuren gab die ziemlich gleich aussahen. Darauf hingewiesen ob es sich nicht doch um Maschinenware “Made in China” handelt wurden manche Verkäufer recht ungehalten.

Die Casamance soll ja wenn man den Berichten glauben darf sehr schön sein.
Wir sind über Seleti wieder in den Senegal eingereist. Über Diouloulou sind wir in Abene gelandet. Abene hat uns schon beim Hineinfahren mit dem Auto gut gefallen. Ein schönes kleines buntes Dörfchen. Hier sind viele im Rasta Lock unterwegs. Wir hatten ein Übernachtungsplatz gefunden wo wir zwei Nächte blieben. Wenn man Abends Essen gehen wollte so fanden wir nicht wirklich Angebote. Alle erzählen uns ja am Strand, da sind die Rastas da ist was los! Pustekuchen hier ist überhaupt nichts los. Nach zwei Tagen sind wir nach Kafountine aufgebrochen. Kafountine ist ein Ort so ähnlich wie Abene und hat ca. 5000 Einwohner. Wir wollten unser Nachtlager wenn möglich nahe zur Einkaufsstraße aufschlagen. So fanden wir in der IOverlander App “Chez Stef” einen Künstler aus Deutschland. Wir hatten wie andere Reisende auch Schwierigkeiten die Adresse zu finden. Aber letztendlich nach vielen Fragen standen wir vor dem Tor. Und siehe da es handelt sich bei Chez Stef um eine Künstlerin aus Deutschland die hier vor 20 Jahren hängengeblieben ist. Wir verstanden uns auf anhieb gut. Wir blieben hier ganze 8 Tage. Wir haben von Steffanie viel interessantes über den Ort hier und wie es dazu kam das Sie hier lebt erfahren. Auch erzählte Sie uns viel über die Pflanzen die hier wachsen und für welche Wehwehchen sie gut sind. Für uns sehr Interessant.

Der Abschied viel schwer aber die Karawane musste weiterziehen.

Weiter ging es nach Ziguinchor (Handelszentrum der Casamance). Wir erkundeten Ziguinchor, aber außer eine paar gut erhaltene alte Gebäude fanden wir das es keine schöne Stadt ist. Es hat dort am östlichen Stadtrand aber einen sehr schönen und sauberen Campingplatz. Eigentlich der erste Platz der unter der Leitung einer Farbigen ist, wo wirklich Preis + Leistung stimmen. Die Chefin hat hier alles im Griff und kümmert sich um alles. Weiter ging es Richtung Osten über Kolda nach Velingara. Am nächsten Tag ging es weiter über Tambacounda auf der N7 nach Dar Salam. Übernachtet haben wir bei einer netten Familie. Hier befindet sich der Eingang zum Niokolo Koba Nationalpark. Da wir auf unseren vielen Afrika Reisen schon alles an Tierparks gesehen haben verzichteten wir auf einen Besuch. Zumal es ohne einen Führer zu mieten nicht erlaubt ist in den Park einzufahren. Von anderen Reisenden erfuhren wir das es sich auch nicht lohnen würde. Auch sieht man hier die ganze Zeit beim Fahren nur verbrannte Erde. Man hört so von verschiedenen Seiten das es wohl oft Brandrodung sei.
Unser Ziel war die Keur Annick Hyppo Lodge bei Mako direkt am Gambia River. Ein schöner Platz mit viel Natur zum entspannen. Auch ist gerade ein Hypo zu Besuch.

Nach ein paar Tagen zogen wir weiter nach Kedougou und füllten unsere Vorräte auf. Richtung Dindefello gibt es keinen Asphalt mehr.
Nach einer Nacht in Tako Mako nordöstlich von Segou ging es weiter nach Salemata und Ethiolo zum Chez Balingo. Ein älterer Herr mit allen Wassern gewaschen. Er hat hier das sagen.
Wenn man die Bassari besuchen möchte ist er der Ansprechpartner. Er ist ein wenig berühmt, da es auch schon Reportagen im TV über ihn im Zusammenhang mit Besuchen bei den Bassaristämmen gab.
Die Gegend hier ist sehr schön hügelig mit den traditionellen Afrikanischen Rundhütten. Touristen die sich hierher verirren sieht man kaum. Aber wie meistens im Senegal tauchten auch hier wieder einmal ein Paar Franzosen auf.
Wir hatten das große Glück im Nachbardorf an einer Zeremonie teilnehmen zu dürfen. Balingo verlangte ein paar Euro, dafür durften wir auch mitessen. Es war nur ein kleiner Kostenbeitrag.
Fotografieren war auch erlaubt. Was uns sehr freute, da das keine Veranstaltung für Touristen war. Die Bassari feierten ein Fest an dem auch viele Leute von anderen Dörfern teilnahmen.
Wir blieben hier nur eine Nacht da es in dieser Gegend extrem heiß war. 45 Grad war wohl normal hier und in der Nacht kaum Abkühlung.

Fazit Senegal, hier stimmt Preis und Leistung nicht immer. Oft wird man auch in den normalen Geschäften mit viel zu hohen Preisen konfrontiert.
Wir haben wirklich nichts gegen einen kleinen Turiaufschlag aber was manche so verlangen ist schon unverschämt und hinterlässt einen faden Beigeschmack. Die Menschen hier empfanden wir alle als sehr nett, wir hatten nie Probleme irgendwelcher Art.
Landschaftlich hat der Senegal nicht viel zu bieten. Ausnahme das Bassari Land und die Casamance. Man sieht über weite Strecken nur verbrannte Erde. Wir selbst waren Augenzeuge als ganze Hügel abgefackelt wurden.

Anmerkung Casamance: Wenn man so durch die Casamance fährt so ist die Gegend schon schön. Die Menschen sind alle sehr freundlich. Was man aber auf der Landkarte gar nicht so leicht sieht ist das sich hier wie an einer Perlenkette Dorf an Dorf reiht. Ich weiß nicht wie weit die Bevölkerung hier noch wachsen will. So mein subjektiver Eindruck.