Wir sind noch da.

Es ist einige Zeit vergangen und nun wollen wir wieder einmal zur Erinnerung einiges loswerden.

Durch Corona wurden unsere Unternehmungen durch die portugiesische Regierung sehr eingeschränkt. So wie wir unseren ganzen Winterausstieg aus Deutschland geplant hatten wurde es bislang leider nicht. Wir wollten Portugal, Land und Leute kennenlernen. Das gute Essen, die wunderschöne Natur, die so schönen kleinen und größeren Dörfer und Orte an der Algarve. Leider.

Aber wir haben unseren Weg gefunden. Wir halten uns an die Vorgaben und da wir ein wunderschönes kleines Cottage haben, fällt das nicht ganz so schwer. Aline, unsere Vermieterin verwöhnt uns auch mit selbstgemachter Marmeladen, frischen Obst und Gemüse. Frisch gebackenes Brot bekamen wir ja schon Silvester durch ihre Schwiegertochter, die aus London mit Alines Sohn Benjamin und der kleinen Tochter angereist waren, überreicht. Auch von Sue und Kevin bekommen wir englische Marmelade geschenkt. Alles sehr freundlich. Unsere Alternative sind wunderschöne, lange Spaziergänge hier auf Alines Gelände die aber weit außerhalb des Geländes weitergehen. Manchmal sind wir alleine unterwegs, manchmal wieder mit Aline und den ganzen Tieren. Pavarotti, der Esel ist natürlich meistens der Star wenn wir Wandersleute treffen. Jeder will ein Selfie mit ihm, aber auch mit Vera dem Pferd. Langweilig wird es dadurch nie. Einen Spaziergang hatten wir mit Aline, Sue und Kevin am Meer und Strand um Portimao. Dieser Ort hat sich leider zu einem Null-acht-fünfzehn Touriort entwickelt. Was so vom Massentourismus alles kaputt gemacht wird. Aber nun, leider ist das so. Und ja auch wir sind Touristen. Aber, nicht die von der schlimmen Sorte. Wir können noch Natur genießen und brauchen weder einen Ballermann noch McDonalds und schon gar nicht laute Discos, in denen nur noch gegrölt wird. Unsere Discozeit früher war viel cooler.

Zur Wanderspause gibt es meistens mitgebrachten Kaffee, selbst gebackene Küchlein von Aline und gebrannte Mandeln mit Rosinen. Auch hatten wir von Aline eine Einladung in ihr schönes Haus. Da waren auch Sue und Kevin. Es war der englische “Pancaceday”. Er wird traditionell am Dienstag von Aschermittwoch gefeiert. Er beendet den Karneval mit Aschermittwoch. Da gab es dann richtig guten englischen Pfannekuchen (vorher durch die Luft geschleudert) mit Beilagen wie fried Mushrooms, Honig, Orangenmarmelade, geriebenen Chedar und Würstchenstücke. Als Nachtisch dann der portugiesische Löffelkäse, der mit dem Pancaceday aber nichts zu tu hat. Improvision.

Leider wurde dann auch der 17 Jahre alte Hund Remian plötzlich sehr krank. Da er von früheren Verletzungen sowieso schon kranke Knochen hat, bereiten ihm diese oft auch schlimme Schmerzen. Er ist 17 Jahre alt und die Zeit geht auch an ihm nicht spurlos vorbei. Jedenfalls hatte er Schüttelfrost, war ganz schwach und wollte nicht mehr essen und trinken. Es musste ein Tierarztbesuch erfolgen. Remian hatte wohl Leberprobleme, hohes Fieber und dadurch Schüttelforst. Und er übergab sich oft, wenn er doch mal etwas zu sich nahm. Er bekam Medizin, besonders wegen dem Fieber. In den nächsten Tagen war keine Besserung zu erkennen. Er hatte weiter Schüttelfrost und wollte nicht fressen. Aline kochte ihm Hähnchen mit Reis, wir holten ihm Hüttenkäse. Nichts wollte helfen. Wir rechneten schon damit, das es zu Ende geht. Dann hatten wir die Idee, es mal mit einer deutschen Bockwurst zu versuchen. Und die nahm er sofort an. Er fraß gleich 2 Stück auf einmal. Wir machten am Anfang langsam und fütterten ihn weiter. Jetzt trank er auch langsam wieder und fraß auch das Hähnchen. Nach einigen Tagen waren Fieber und Schüttelfrost weg und er kam wieder zu sich. Wir haben uns alle so darüber gefreut.

Nun bekam er oft die “wundersame German Sausage”. Er liebt sie. Heute ist er wieder fit und hat es auf jeden Fall überlebt. Alle lieben Remian. Er wurde einmal aus einer Falle befreit, in der er beinahe umgekommen wäre. Dadurch wurde er zu einem Kämpfer. Er hat zwar einige Narben an seinem Körper und dadurch hat er bestimmt auch einige Knochenbrüche erlitten. Und er hat damals wohl auch ein Auge verloren. Aber er ist jetzt bereits schon 17 Jahre alt.

Die Corona Pandemie hatte sich so ca. Mitte Februar hier dann durch die englische Mutante B 1.1.7 plötzlich zugespitzt. Portugal galt ganz schnell mit den hohen Inzidenz von bis zu 800 als das meist betroffene Land der Welt. Das hatten wir ja schon weiter oben beschrieben. Ab da war dann hier alles zu. Ausgangsverbote sind bis heute, den 30. März aktuell. Dadurch sind im Laufe der ganzen Zeit aber die Zahlen gut wieder runter gegangen und liegen jetzt an der Algarve bei ca. 23. Ganz Portugal ca. 30. Ab 5.4. wird als nächster Schritt der Einzelhandel, die Außengastronomie bis zu 4 Personen, Frisöre, Museen, Buchhandlungen und einiges mehr geöffnet. Shoppen war vorher nichts, höchstens mal im Baumarkt in Guia. Die Baumärkte, Lebensmittelläden und Apotheken waren immer offen. Dinge des täglichen Gebrauchs eben.

Also wieder Spaziergänge, was wir aber sowie so vorhatten. Das kam uns entgegen. Unsere Wanderungen dauern manchmal mehrere Stunden und tun uns gut, aber man ist dann erstmal etwas platt. Auch gibt es hier einen sehr guten deutschen Metzger. Also hin und auch mal Fleisch gekauft. Wir wollten dann sofort grillen. Das hat dann auch Spaß gemacht, weil das Fleisch wirklich gut war. Und die gegrillte Dorade war auch super. Am Karfreitag wollen wir wieder einmal grillen. Bei meiner Freundin Georgia und deren deutschen Freund Wilfried. Da können die Männer mal zeigen, was sie grilltechnisch so drauf haben. Und dann am Ostermontag können wir mal mehr unternehmen. In ein Fischlokal am Meer, etwas shoppen und mal sehen was sonst noch geht. Ab 7.4. dann Ausflüge mit dem Auto nach Monchique, Silves, Alvor und, und, und.