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Namibia mit dem 4×4 oder Pkw

Hoarusib (Namibia) Immer wieder taucht in den Namibia Reise Foren die Frage auf, brauche ich unbedingt ein Allrad in Namibia oder reicht auch ein normaler Pkw.
Die klare Antwort ist, Nein einen 4×4 ist nicht zwingend Notwendig solange ich das Land auf den Hauptverbindungsstraßen bereise. Wenn ich aber etwas mehr vom Land sehen möchte und die schönsten Orte sind nun mal nicht immer direkt an den Hauptstraßen so komme ich um die Anmietung eines Geländegängigen Fahrzeuges nicht herum.

Ein nicht zu unterschätzender Aspekt ist auch der Komfort und die Sicherheit. Fangen wir beim Kraftstoffverbrauch an wir hatten das letzte mal einen Toyota 3.0 Liter Diesel. Voll Beladen mit 4 Personen plus Gepäck und zusätzlichem 70 Ltr. Dieseltank, zusätzlichem 50 Ltr. Wassertank 2 schwere Dachzelte, zwischen Anschlagpuffer und Hinterachse war nicht mehr viel Luft also das Fahrzeug war was das Gewicht angeht an der Belastungsgrenze. Wir sind ca. 5000 km gefahren und unser Verbrauch lag bei 10.11 Ltr/100 km meiner Meinung nach ein sehr guter Wert wenn man bedenkt das wir ab und zu den Allrad eingeschaltet haben wo der Verbrauch ja noch mal in die Höhe geht. Bei guter Asphaltstraße und einer Geschwindigkeit von z.b. 115 hat man das Gaspedal nur ein paar Millimeter durchtreten müssen und der Motor drehte gerade mal ca. 2200 Umdrehungen im 5. Gang also ein wenig mehr als Standgas.

Zufahrten zu den Campsites sind oft mehrere Kilometer abseits der Hauptstraßen und teilweise im holprigem und bei Regen im matschigen Zustand. Schon solch ein kurzer Weg kann für ein normalen Pkw unangenehm werden und verdirbt einem die Laune. Im 4×4 sitze ich in erhöhter Position und fahre solche Wege ganz lässig und mache mir keine Gedanken über ein paar kleine Steine die da herumliegen.

Das einzige Kriterium gegen einen 4×4 ist der Mietpreis der westlich höher ist als bei einem normalen PKW.

Wir hätten ohne einen 4×4 den Hoanib, die Campsite bei Purros (der Hoarusib vor dem Camp war nicht ganz ausgetrocknet und matschig), die letzten 5 km im Sossusvlei, die weiterfahrt Richtung Ruacana vom Kunene River Lodge (viel Matsch und Wasser) und viele kurze Teilstücke die mit Wasser überschwemmt waren nicht fahren können.

Noch ein paar Tips an die, die zum ersten mal auf den Schotterpisten fahren. Schnell lässt man sich verleiten seine Geschwindigkeit zu erhöhen wenn man die langen geraden Pisten vor sich sieht aber Vorsicht hier lauert die Gefahr. Oft sind die Pisten in Namibia leicht hügelig und in den Senken schießt dann bei Regen das Wasser durch und spült oft breite Querrinnen über die Piste. Mann kann Stundenlang fahren und nichts passiert bis plötzlich eine Stelle kommt (oft sieht man die bei bestimmten Sonnenstand auch erst zu spät) die ein wenig breiter beschädigt ist und schon knallt man mit voller Wucht in ein Riesen Loch. Da die Piste an der Stelle meistens sofort wieder ansteigt ist dies doppelt unangenehm.

In Namibia mussten schon viele Touristen auf Grund von Raserei und selbst Überschätzung mit Ihrem Leben bezahlen.

Man sollte immer daran denken um so schneller ich auf den Wellblech – Pisten fahre um so weniger Kontakt haben die Reifen zur Strasse. Schnelle Ausweichmanöver führen oft zum Überschlag.

Kleiner Tip zum Schluss: Wenn ich sehe das mir ein Fahrzeug auf einer Schotterpiste entgegen kommt verringere ich meine Geschwindigkeit und fahre so weit außen wie es geht. Viele Einheimische tun dies auch und zwar aus dem Grund, die Gefahr von Steinschlag auf der Frontscheibe zu vermindern. Dies gilt genauso für Fahrzeuge die mich überholen, einfach runter vom Gas, den anderen fahren lassen und gut ist. Wenn man nicht gegen Bruch der Frontscheibe versichert ist so kann das schnell 500 Euro und mehr kosten.

Fort Sesfontein

Fort Sesfonteinvon der Kowarib Schlucht kommend haben wir einen Zwischenstop zum Kaffee trinken im Fort Sesfontein (Sechs Quellen) eingelegt. Kleiner Geschichtlicher Abriss: Das Fort befindet sich nahe der Ortschaft Sesfontein und wurde 1896 von der Deutschen Schutztruppe erbaut. Der Grund für die Lage waren die sechs Quellen für die Wasserversorgung von Pferden und Rindern.  Es diente vor allem als Kontrollpunkt gegen die Rinderpest, Wilderei und den Waffenschmuggel. 1914 wurde das Fort aufgegeben. In den Jahren darauf verfielen das Fort und der deutsche Soldatenfriedhof (drei Gräber) der 2 Minuten vom Fort entfernt liegt. 1984 wurden das Fort und der Friedhof zum  Nationalen Denkmal erklärt. 1994 haben private Investoren das Fort und den Friedhof auf Grundlage von alten Bildern restaurieren lassen und zu einer Lodge mit Campingplatz ausgebaut. (Der Campingplatz wurde etwa vor einem Jahr vom neuen Manager wieder geschlossen).

Infos für Reisende:
Wer das nötige Kleingeld hat kann das Fort prima als Ausgangspunkt für Touren in das Kaokeveld, zu den Himbas oder an den Hoanib (für mich eines der Highlights in Namibia hier kann man wirklich noch Afrika – Pur fühlen) nutzen.

Sesfontein selber ist nur ein kleiner Ort und hat nichts spektakuläres, an der Hauptstrasse liegt ein kleiner Shop wo man sich mit dem nötigsten Dingen eindecken kann.
Auf der schmalen Straße wenige Meter vor dem Fort befindet sich eine Tankstelle hier sollte man auf jeden Fall sein Fahrzeug volltanken wenn es weiter Richtung Puros oder den Hoanib gehen soll.