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Mal wieder Kenia

 Eigentlich hatten wir etwas anderes vor aber erstens kommt es anderes und zweitens als man denkt. So entschieden wir uns noch einmal für Kenia. 3 Wochen Entspannung an der Diani Beach. Das meiste meiner Nikon Ausrüstung blieb diesmal zu Hause ich nahm nur die D300 s ein altes 24er 2.8 AI Weitwinkel und das AF-S NIKKOR 70–200 mm 1:2,8G ED VR II mit da keine längere Safari geplant war.

African Dream CottagesObwohl wir erst vor ein paar Jahren hier waren, viel mir wieder die enorme Bevölkerungsdichte in und um Mombasa auf. Mombasa selber ist ein Moloch. Menschen, Menschen, und eine total kaputte Infrastruktur. An der Likoni Ferry der ganz normale Wahnsinn. Von Ukunda ging es dann Richtung Beach wo wir eine kleine Anlage hinter der Beach Road erreichten. Vor ca. 3 Jahren eröffnet hat es dort mehrere kleine Häuschen mit Pool und kleinem Restaurant. Eine sehr schöne, saubere und ruhig gelegene Anlage. Preis für ein doppelstöckiges Haus mit Continental Frühstück 49 Euro / Tag (im Nov. 2013). Hier ist alles ungezwungen und locker und mit sehr nettem Personal genau das was wir gesucht haben. Zum Strand ist es auch nicht weit den man über die bekannte Forty Thieves Beach Bar schnell erreichen kann.

Zu meinem 60. Geburtstag, den ich in Kenia verbringen wollte schenkte mir meine Lebenspartnerin als Highlight eine Flugsafari in die Masai Mara. Wir wohnten dort im Kilimacamp. Zur Unterkunft und der Masai Mara braucht man nicht viel zu schreiben, einfach nur Spitze. So kam ich doch noch in den Genuss Tiere zu sehen und ein Paar Bilder zu schießen. Der hin und Rückflug in die Mara war teilweise sehr ruppig. Als wir durch starken Regen flogen hat es die kleine Maschine ganz schön durchgeschüttelt. Irgendwie kam ich mir in der Kiste vor als wenn ich in einem alten ausgeleierten Taxi saß. Die zwei Piloten hatten wohl aber alles im Griff und kicherten laufend vor sich hin.

Ein paar Gedanken möchte ich trotzdem hier noch erwähnen. Ich bin nun wahrlich kein Afrika Neuling und weiß auch wie ich mich hier zu verhalten habe, so soll nicht unerwähnt bleiben das es mit der Sicherheit momentan in Kenia nicht zum Besten steht. Sicherlich auch auf Grund der hohen Arbeitslosigkeit nehmen Angriffe auf Touristen zu. Am Strand und auf der Beach Road und an den Shopping Centern ist wohl nichts zu befürchten, aber ein paar Meter weiter hinter der Hauptstraße im Busch an den teilweise langen Zufahrten zu den Ferienhäusern und Anlagen sollte auch am Tage erhöhte Wachsamkeit gelten. Hier gibt es im Moment Übergriffe überwiegend auf ältere Touristen (teilweise mit schwersten Kopfverletzungen) und von diesen Vorfällen liest man nirgends etwas. Oft sind es klein kriminelle Banden  aus anderen Teilen Kenias die hier das schnelle Geld vermuten. Selbst unser Bar Keeper wurde Opfer und musste sein Handy aushändigen als man Ihm morgens und 06.00 Uhr die Machete an den Hals hielt. Man sollte nicht mit teuren Uhren, Ringen, Ketten und Kameras herumlaufen und nur die Tagesration an Bargeld bei sich führen. Auf keinen Fall in der Nacht betrunken durch die Straßen torkeln.

Den Einheimischen die hier wohnen gefällt das natürlich auch nicht wenn Urlauber fern bleiben, dann gehen auch die Geschäfte für Sie schlechter. Ich möchte hier kein negatives Bild vermitteln überwiegend sind die Kenianer natürlich ein sehr nettes und hilfsbereites Volk, man muss Sie nur ansprechen und schon erfolgt ein angenehmes Lächeln über den sonst manchmal festzustellenden ernsten Blick. Seit dem Anschlag auf das Einkaufszentrum in Nairobi gab es in den Hotels an der Diani Beach viele Stornierungen. Die Anzahl der Touristen ist im Moment sehr überschaubar. Sicher werden es zur Weihnachtszeit wieder mehr werden. Man kann nur hoffen das es dem Land in Zukunft besser geht. Jetzt sind die Chinesen in Kenia engagiert ob das nun gut so ist, ich wage es zu bezweifeln.

Tipps – Infos (Stand Nov. 2013)

Auto mieten ab ca. 25,00 Euro pro Tag. Kraftstoff ca. 1 Euro/Ltr. (Falls man sich hier nicht auskennt Nachtfahrten möglichst vermeiden)
Safari: Es gibt unzählige Anbieter wir waren jetzt schon das zweite mal mit DM Tours – unterwegs. Hat jedes mal alles super geklappt und kann man auch vor Ort buchen.
Geld: Tauschen am besten direkt links neben der Tankstelle auf der Diani Beach Road dort gibt es den besten Kurs 1 Euro 116 Kenia Shilling Stand: Nov. 2013.
Einkaufen: In den Shopping Centern bekommt man fast alles. An einigen Obstständen der Afrikaner kann man sich für wenige Schilling den Saft direkt pressen und z.b. in eine Flasche abfüllen lassen. Einfach lecker. Überall auch in den Geschäften gilt natürlich – Handeln.
Den besten Espresso an der Diani bekommt man bei Leonardo’s Restaurant gegenüber der Einfahrt zum African Pott auf der Hauptstraße..

Für die die gerne frischen Fisch essen gibt es ein tolles kleines Afrikanisches Restaurant direkt am Beach. Die Hauptstraße am Diani Richtung Süden am geschlossenem Safari – Beach Hotel vorbei nach ca. 1 Km folgt links ein kleiner Supermarkt direkt davor den Weg zur Beach fahren. Dort kann man auch Fisch der von den Fischern frisch angeliefert wird kaufen und auf Wunsch gleich filetieren lassen. Wir bezahlten für einen Red Snapper 2,4 Kilo 11 Euro und ließen uns den leckeren Fisch in unserem Restaurant zubereiten. Ansonsten sind die Preise in den lokal Bars und Restaurants noch in Ordnung. Für ein komplettes Abendessen mit Getränken im Durchschnitt 10 Euro pro Person. In Restaurants von Europäern betrieben dementsprechend teurer. Im Hotel The Sands At Nomad hatten wir einen Eiskaffee ca. 6,00 Euro.

Kenia-2010_410Diani Beach: Immer noch ein spitzen Strand, weitläufig, schneeweißer Sand von mir 5 Sterne. Morgens von 07:30 bis 10:00 Working am Strand  es gibt nichts schöneres. (Beachboys nicht beachten und schon ist man sie los.)

Condor: Alles schimpfen über die Condor, wir können hier nur positives berichten. Hin und Rückflug sehr pünktlich, Sitzabstand OK, Essen OK , alles in allem ein angenehmer Flug.

Fähre auf Afrikanisch

Ich möchte hier noch ein Erlebnis schildern das ich im Januar 1991 hatte. Bei einer weiteren Reise diesmal von Kamerun nach Kenia mussten wir bei Bangassou (Zentral – Afrika) den Oubangui River (Grenzfluss nach Zaire) überqueren. Wir waren diesmal zu viert mit einem Hanomag AL28 unterwegs, ich bin mit meiner Frau erst in Kamerun zugestiegen um die Reise gemeinsam mit einem befreundeten Paar nach Kenia fortzusetzen.

Fähre über den Obangui Als wir am o.g. Ort eintrafen haben wir festgestellt das die Fähre die einige Jahre vorher hier noch in Betrieb war abgesoffen im Fluss lag. Wir hatten uns schon damit abgefunden den ganzen Weg zurück zu fahren bis Bangui. Das wären dann mehrere hundert Kilometer auf sehr schlechten Straßen. Während wir noch am diskutieren waren machte ein Einheimischer uns den Vorschlag zusammen mit den anderen Männern eine Fähre zu bauen.

Fähre von Zentral-Afrika nach Zaire Wir dachten zuerst an einen Scherz oder ähnliches. Mittlerweile war das ganze Dorf versammelt, um erst einmal einen Preis mit uns auszuhandeln. Nachdem das geschehen war (ich weiß jetzt nach so vielen Jahren nicht mehr wie viel es genau war, aber es war wirklich nicht teuer) gab das Dorf Oberhaupt sein Einverständnis. Zeitlich waren 3 Tage veranschlagt. Dann ging es sofort zur Sache und 5 lange Einbäume wurden nebeneinander mit ziemlich dünnen Schnüren zusammen gebunden. Richtige Seile so wie wir sie kennen gab es dort natürlich nicht. Bei dem Gedanken das die dünnen Boote den schweren Hanomag tragen sollten wurde es mir gar nicht besser. Innerlich habe ich eigentlich damit gerechnet das die Reise hier zu Ende ist und sah uns schon mit den Rucksäcken weiterziehen.

Fähre von Zentral-Afrika nach Zaire Nach ein paar Tagen war es dann endlich soweit, zu dem Ereignis extra angereist war ein Polizist aus dem Nachbar Dorf damit alles seine Richtigkeit hat. Fotografieren durften wir die Überfahrt nicht da die Leute sich nicht blamieren wollten falls das Fahrzeug untergeht. Wir balancierten den Hanomag mit zwei angelegten Brettern auf die Fähre, und die hielt. Ein wahnsinniger Anblick mitten im Dschungel der AL28 auf einer selbstgebauten Fahre und der Fluss war auch noch ziemlich breit an der Stelle. Ich war schon gespannt auf die Abfahrt auf der anderen Seite dort war 1983 so ein steiler und glitschiger Hang nach oben das mir fast der Landrover schräg abgerutscht wäre und im Wasser landete.

Fähre von Zentral-Afrika nach Zaire Dann kam etwas wo ich heute noch Gänsehaut bekomme wenn ich daran denke. Mitten auf dem Fluss haben die Leute die an den Spitzen der Einbäume saßen und paddelten angefangen mit tiefen Stimmen zu singen. Irgend ein Afrikanisches Lied und das schalte bis hinüber zum Ufer.

Das war alles ein tolles Erlebnis und der Hanomag kam gut auf der anderen Seite an. Jetzt waren wir in Zaire, und hatten Dank des ganzen Dorfes eine menge Kilometer und Strapazen gespart. Hier gab es noch schlechtere Wege, nach ein paar Metern kamen wir an den Grenzposten um die Einreise Formalitäten zu Erledigen. Man verlangte doch tatsächlich von uns eine Straßengebühr für Straßen die es gar nicht gab. Wahrscheinlich hat ein Grenz- Beamter irgendwo mal gehört das in Europa Autobahn Gebühren verlangt werden und wollte sich nun ein wenig bereichern. Zumal über diesen Grenzübergang aufgrund der gar nicht vorhandenen Fähre schon sehr lange kein Fahrzeug mehr kam.