Nachdem wir 4 volle Wochen bei Bianca in ihren African Dream Cottages verbracht hatten zog es uns wieder direkt zum Meer.
Wir entschlossen uns, nochmals 5 Tage an den Tiwi Beach zu gehen. Dort ist es viel uriger als am Diani Beach, da dort viel weniger Touristen zugegen sind. Und wir wollten wieder einmal in unserer Kabine Zeit verbringen und das direkt am Strand. Doch erwies sich dieses Unterfahren als nicht so erfreulich. Genau an diesen Tagen herrschte hier die große Hitze. Zum Schlafen in unserer doch sehr kleinen Kabine war es einfach zu warm – nachts immerhin noch 30 Grad. Das machte auch der Ventilator nicht mehr wett. Die Nächte waren nicht angenehm. Erst gegen morgens 1.00 Uhr wurde es etwas besser, aber nicht gut. Da wir uns zur Überfahrt in den Oman mit anschließender Heimreise entschieden hatten, fingen wir mit unserer Planung und Organisation an.





Das funktionierte am besten bei Bianca in den African Dream Cottages.
Auf Facebook fanden wir durch Zufall ein amerikanisches Paar mit Kleinkind die gerade einen Containerpartner für einen großen, 40 Fuß Container suchten. Der Zeitpunkt passte auch gut. Wir nahmen gleich Kontakt auf und es entwickelte sich eine Übereinkunft. Nach einem kurzen Treffen zum Kennenlernen haben wir beidseitig die Buchung über USD 3900 vorgenommen. Der Preis ist incl. Clearing im Ankunftshafen Salalah von USD 1.950 pro Fahrzeug umschlagbar.
Unser Hilux kommt in den Container
Morgens um 4 Uhr am Donnerstag den 11.4.24 fuhren wir nach Mombasa in den Containerhafen. Treffpunkt war das United Warehouse. Verladung in den Container sollte morgens 9.00 Uhr sein. Die Amerikaner zahlten bar in Kenia Schillingen, die sie noch kurz vorher auf der Bank holten. Dadurch, und durch Versperren unseres Containers durch diverser LKW verzögerte sich alles etwas. Die Clearing Agenten waren pünktlich da und alles lief sehr professionell ab incl. Zollbeamten, der nur kurze Blicke auf unser Auto und Kabine warf. Dann war es so weit und Georg fuhr die Rampe vom Container hoch. Es hat alles gepasst, insbesondere auch die Höhe der Kabine, sodass wir nicht hängen geblieben sind. Danach festzurren und Einfahrt des Amerikaners mit gleichem Spiel. Die Amerikaner hatten einen 1985 Toyota Sandtana wo weder die Motornummer noch die Chassis Nummer stimmte. Das gab dann noch einmal Diskussionen mit dem Zoll. Dann wurde der Container verplombt was so viel bedeutet, wie „außer Landes“. Unsere Rückfahrt war entspannt obwohl Georg schon ziemlich platt war, hing doch alles an ihm.
Wieder in unserem Cottage angekommen gab es jetzt einiges zu erledigen. Da sich von einem auf den anderen Tag das Wetter am Diani Beach änderte, hatten wir genug frisches Klima um alles in die Wege zu leiten. In Kenya beginnt nun gerade die Regenzeit und Georg konnte so ohne Hitze und Schweiß die Dinge in Angriff nehmen. Als erstes hat er die Flüge (1 Stopp) mit Qatar Airways nach Salalah zu einem akzeptablen Preis von 988 Euro für uns beide ab Nairobi gebucht. Danach Buchung der Bahn, da wir von Mombasa mit der Bahn nach Nairobi fahren wollten. Also die Bahnfahrt gebucht. Zwei Übernachtungen haben wir vorsichtshalber in Nairobi eingeplant damit nichts schiefläuft. Also 2 Nächte ein nettes Hotel gebucht. Damit hatten wir erst einmal alles Wichtige erledigt. Außerdem mussten wir noch die eVisa für den Oman beantragen. Als wir diese erhalten haben ging es in das Diani Center zum Ausdrucken der eVisa. Wir haben jetzt hier noch 2 Tage und dann heißt es Abschied nehmen von Kenya und Afrika. Unsere Neugierde gilt jetzt ganz der arabischen Halbinsel. Doch leider fand jetzt gerade der Angriff des Iran auf Israel statt und wir wissen nicht, wie es da weiter gehen wird. Davon hängt aber unsere ganze weitere Tour ab. Sollte es eskalieren müssen wir nach Alternativen suchen. Das wichtigste dabei ist, noch durch den Irak zu kommen. Da werden wahrscheinlich in einem solchen Fall die Grenzen als Erstes dicht gemacht. Falls das auch nicht klappt werden wir den Hilux in Dubai zwischen Parken und Heim fliegen.
Beschreibung der oben beschriebenen Abwicklung: vom Diani Dream Cottages fuhren wir mit dem Taxi zum Bahnhof Mombasa. Hier erfolgten Kontrollen die wir in Europa so nicht kennen. Wir mussten, bevor wir in das Bahnhofsgebäude eintreten durften unser ganzes Gepäck auf eine Art Laufband legen. Dann kamen in der Tat Rauschgift oder Sprengstoffhunde die mehrmals die Passagiere und deren Gepäck ab schnüffelten. Danach musste alles zum Durchleuchten auf ein Laufband. Erst dann durften wir das Gebäude betreten. Unsere Bahn ging dann super pünktlich ab und wir hatten eine Fahrt von 5 Stunden sehr komfortabel in der 1. Klasse nach Nairobi. Ankunft ca. 20.30 Uhr. Dann ging es mit dem Taxi auf die Suche nach unserem Appartement zur Übernachtung. Hier wurde uns klar, dass wir ein völlig falsches Appartement gebucht hatten. Wir landeten im Dunkeln in einer sehr merkwürdigen, düsteren Gegend wo vor den Häusern schon der Müll lag. Alles war nur kärglich beleuchtet. Hier stieg keiner von uns aus dem Taxi. Weder wir noch der Taxifahrer konnten die Adresse von dem Appartement finden. Auch fragten wir einen Watchman der nur den Kopf schüttelte. Und wir wollten hier weg und keinesfalls da irgendwie übernachten. Der Taxifahrer fuhr uns in ein kleines einfaches Hotel in einem anderen alten aber angenehmen Stadtteil von Nairobi. Nun ja, besser als nichts und wir waren ja auch ziemlich k.o. von der Tagesreise. Wir konnten sogar noch für einen kleinen Aufpreis mit unserem Gepäck bis 21.00 Uhr des nächsten Tages in unserem Hotelzimmer verweilen. Da unser Flug erst mitten in der Nacht - 1.20 Uhr ging. 3 Stunden vorher sollten wir am Airport sein.
Wir bestellten rechtzeitig ein Fahrzeug von Uber. Die sind ja bekanntlich weltweit halb so teuer wie ein Taxi. Da in unserer Gegend sehr viel los war, Menschen auf den Straßen, Autos, Busse und auch LKW mussten durch unsere Straße fahren – also ständig kurze kleinere Staus. Und unser Taxi irgendwo mittendrin, nur nicht vor unserem Hotel um uns einzuladen. Nervosität machte sich langsam bei uns breit. Nach einigen Telefonaten zwischen Georg und dem Fahrer stand er dann endlich vor uns. Nochmals den Preis besprochen und dann ging die Fahrt los. Aber irgendetwas stimmte mit diesem Fahrer nicht. Er fuhr einen echt heißen Stil durch ein zu gestautes Nairobi, da es seit Stunden heftig geregnet hatte und die Straßen nass und vollen großer Pfützen waren. Ihn ansprechen war kaum möglich, er verstand irgendwie alles falsch oder hörte nicht hin. Ob der betrunken war oder zugekifft werden wir nie erfahren. Doch wir kamen heil am Airport an und alles war gut. Dann nach langer Wartezeit endlich der Einstieg in den Flieger und „Good By“ Afrika denn jetzt geht es über Doha/Qatar nach Salalah in den Oman.
Fazit Kenya - von George
Ich kenne Kenya seit Mitte der siebziger Jahre. Nach unseren letzten Reisen 2010 und 2013 hat sich sehr viel verändert. Die Bevölkerung hat noch einen Sprung nach oben gemacht. 2013 ca. 45.000.000 - 2024 ca. 60.000.000. In Mombasa sieht man viel erneuerte Stadtteile. Es wird gebaut. Es sieht so aus als wenn sich die Stadt herausputzt. Es sind 3 große Likoni Fähren im Dauereinsatz, die Menschen und Fahrzeuge von der Halbinsel in südliche Richtung ans Festland übersetzen. Bezahlt wird alles mit der M-Pesa App mit der man auch in ganz Kenya bezahlen kann. Meiner Meinung nach eine sehr gute und sichere Sache. Fast alle Kenianer nutzen die App.
Von Malindi nach Mombasa wird eine neue Straße gebaut die bald fertig ist. Wie man uns erzählt soll diese bis nach Daressalam in Tansania reichen. Den Straßenbau von Tanga (Tanzania) in südliche Richtung haben wir selbst gesehen. Touristikunternehmen wird das freuen. Im Moment ist es in diesem Abschnitt noch sehr schön und ruhig mit wenig Touristen. Wenn die neue Straße fertig ist, wird sich das ändern. Ob es für die dort lebenden Menschen auch gut ist wird sich zeigen.
Diani Beach in Kenya einst über viele Jahre mein Traumstrand, weckte in mir keine Emotionen mehr. Die einst schönen Hotelanlagen sehen bis auf wenige Ausnahmen angestaubt und gammelig aus. Überall schießen kleine provisorisch errichtete Restaurants von Einheimischen aus dem Boden, die das Areal der Hotel Ruinen nutzen. Der Strand sieht nicht mehr so sauber aus. Das Gefühl von Abenteuer und Afrika am Indischen Ozean, was mich früher immer faszinierte, konnte ich innerlich nicht mehr wahrnehmen. Es kam mir vor als befinde ich mich an irgendeinem Strand in Europa.
Zeiten ändern sich. Die wirtschaftliche Situation in Kenya hat sich in den letzten Jahren verbessert. Teile der Bevölkerung können sich mehr leisten. Erfreulicherweise sieht man jetzt viele Kenianer die in den Hotels an der Küste ihren Urlaub verbringen. Die Bildung ist besser geworden es gibt eine wachsende Mittelschicht. In den ländlichen Gebieten wo Arbeitslosigkeit und Armut noch hoch sind gibt es jedoch noch einige Hürden zu meistern. Alles in allem ist es wie in vielen anderen Ländern, die Bevölkerungszahlen explodieren. Auf die, die jetzt sehr jung sind werden gewaltige Herausforderungen zukommen.