Unser LiFePo4 Management
Unser LiFePo4 Management

Seit den 1970er-Jahren bin ich regelmäßig in Afrika unterwegs und habe den Kontinent mehrfach komplett durchquert.

Wer solche extremen Pisten fährt, weiß: Vibrationen auf brutalem Wellblech sind der Endgegner für jede Fahrzeugelektrik. Als ich vor einem Jahr unseren neuen Gobel 280Ah LiFePo4-Akku kaufte, war mein Wissen über diese Technologie noch rudimentär. Mittlerweile habe ich mich tief in die Materie eingearbeitet – und stand vor einer echten Herausforderung für unsere Reise-Pausen.

Das Problem: Monatelanges Parken in Afrika

Wenn wir den Hilux nach einer Reise für mehrere Monate in Afrika unterstellen und nach Deutschland fliegen, stellt sich die Frage nach dem Batteriemanagement. Viele Stellplatz-Unternehmen bieten gegen Aufpreis einen Stromanschluss an. Früher war das mit zwei klassischen Starterbatterien kein Problem – oft haben die hilfsbereiten Einheimischen die Batterien vor unserer Ankunft einfach noch mal geladen.

Bei LiFePo4-Akkus sieht die Welt anders aus: Bei monatelanger Lagerung sollten sie am besten abgeklemmt werden, da das BMS (Batteriemanagementsystem) schleichend Strom verbraucht. Doch das BMS komplett abzuklemmen, schmeckt mir nicht – ich habe unterwegs lieber die volle Kontrolle. Da es in vielen afrikanischen Ländern mittlerweile schnelles und günstiges Internet gibt und wir ohnehin einen festen Router im Hilux verbaut haben, war die Idee geboren: Der Akku muss an unser Victron Cerbo GX MK2 angeschlossen werden! So kann ich den Ladezustand, die PV-Module und die Fahrzeugtemperatur bequem von Deutschland aus überwachen.

Die Fehlentscheidung und die Suche nach Lösungen

Leider hatte mein Gobel-Akku ab Werk einen Haken: Das BMS war nur über Bluetooth erreichbar – und das hat bekanntlich kaum Reichweite. Einen physischen RS485- oder CAN-Anschluss suchte man vergebens. Wenn man zu schnell kauft, passieren solche Dinge.

Ein Lösungsansatz aus dem Netz war die Kopplung des Bluetooth-BMS mit einem ESP32-WLAN-Modul. Das war mir jedoch zu viel "Frickelei" und die Zeit drängte. Ohnehin wollte ich den Akku öffnen, um das Innenleben auf seine Pistentauglichkeit zu prüfen. Ein Video der Off-Grid Garage hatte mich bezüglich der Zellensicherung im Gehäuse skeptisch gemacht. Nach Rücksprache mit dem Hersteller in China versicherte man mir jedoch, dass diese Mängel (die wohl auch durch einen Transportschaden entstanden) behoben seien.

Der Blick ins Innere & Umbau auf das JK-BMS

Das Öffnen der Batterie beruhigte mich sofort: Die Zellen liegen in einem stabilen Kunststoffrahmen, sind mit festem Schaumstoff zum Aluminiumgehäuse hin eingebettet und oben durch einen stabilen, verschraubten Alu-Längsverbinder gesichert. Alle Leitungen sind sauber verlegt. Mein Fazit: Diesen Akku von Gobel Power kann ich für Overlander uneingeschränkt empfehlen! (Neuere Modelle bieten die Fernabfrage mittlerweile auch ab Werk an).

Da das originale BMS aber definitiv keine kabelgebundene Schnittstelle hatte, flog es raus. Ich habe es durch ein für diesen Akku perfektes JK-BMS (Modell: JK-B1A8S20P) ersetzt. (Preis bei Amazon: ca. 100 €, bei AliExpress inklusive Lieferung: 45 € – Lieferzeit 14 Tage).

Die Verbindung zum Victron Cerbo GX

Um das neue JK-BMS nun mit dem Victron Cerbo zu verbinden, benötigt man das passende technische Verständnis und etwas Elektro-Know-how. Ich möchte mich hier nicht mit fremden Federn schmücken und verweise daher wärmstens auf die YouTube-Videos der Off-Grid Garage (Australia) von Andy. 

In diesem Video erklärt Andy (von der off-grid-garage ) alles was man zu dem Thema BMS Communication mit Victron Cerbo wissen sollte. Läuft bei uns schon länger ohne Probleme.
Andy hat jede Menge Videos zum Thema LiFePo4.

Mittlerweile gibt es weiteres auf Facebook: JK BMS Monitoring via ESP32 JK BMS Monitoring via ESP32  JK BMS Monitoring via ESP32  oder eine Integration: für Home assistant

Mit technischem Verständnis und Know How (Elektrik) sollte es machbar sein die LiFePo4 Batterie mit dem Cerbo zu verbinden.

Wichtige Software-Voraussetzung:
Damit das Cerbo GX das BMS überhaupt erkennt und die Daten sauber verarbeitet, musst du den Treiber von Louis van der Walt (dbus-serialbattery) auf GitHub nutzen.

Wer tiefer in die Materie eintauchen will: Mittlerweile gibt es auf Facebook tolle Gruppen wie "JK BMS Monitoring via ESP32" oder vorgefertigte Integrationen für Home Assistant.

Mein Fazit nach der Testphase

Wir nutzen dieses Setup nun seit einigen Monaten über das Victron VRM Portal und es funktioniert absolut hervorragend. Egal ob wir in Deutschland auf dem Sofa sitzen oder irgendwo im Busch unterwegs sind: Wir haben die volle Kontrolle über unsere Stromversorgung im Hilux.